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Erklärvideo: Definition, Arten, Ablauf und Kosten

Erklärvideo: Was es ist, welche Arten es gibt, wie die Produktion abläuft und was sie kostet — von 1.990 bis 5.990 Euro netto als Festpreis.

· 16 Min. Lesezeit · Von Daniel Stoll

Erklärvideo: Definition, Arten, Ablauf und Kosten
Inhalt
  1. Was ist ein Erklärvideo?
  2. Welche Arten von Erklärvideos gibt es?
  3. Wann lohnt sich ein Erklärvideo — und wann nicht?
  4. Wie läuft die Produktion eines Erklärvideos ab?
  5. Was kostet ein Erklärvideo?
  6. Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?
  7. Wie wird ein Erklärvideo in der Suche gefunden?
  8. Was macht ein Erklärvideo barrierefrei?
  9. Verändert KI die Produktion von Erklärvideos?
  10. Woran erkennen Sie eine geeignete Agentur?
  11. Welche Fehler kosten am meisten?
  12. Woran erkennen Sie, ob das Video wirkt?
  13. Häufige Fragen

Ein Erklärvideo macht einen komplizierten Sachverhalt in meist sechzig bis neunzig Sekunden verständlich — meist als Animation, mit Sprecherstimme und klarer Dramaturgie. Dieser Leitfaden beschreibt, was ein Erklärvideo ausmacht, welche Formate es gibt, wie die Produktion abläuft, was sie kostet und woran Sie erkennen, ob das Video seine Aufgabe erfüllt. Er richtet sich an Verantwortliche in Marketing, Vertrieb, Personal und interner Kommunikation, die vor der Entscheidung stehen, ob ein Video das richtige Mittel ist.

Was ist ein Erklärvideo?

Ein Erklärvideo ist ein kurzer Film, der einen Sachverhalt, ein Produkt oder einen Prozess so aufbereitet, dass ihn auch jemand versteht, der bisher nichts damit zu tun hatte. Es arbeitet meist mit gezeichneten oder animierten Bildern, folgt einem geschriebenen Skript und dauert selten länger als zwei Minuten.

Der Unterschied zum Imagefilm liegt im Zweck. Ein Imagefilm zeigt, wer ein Unternehmen ist und wofür es steht. Ein Erklärvideo beantwortet eine konkrete Frage: Wie funktioniert das? Was habe ich davon? Warum ist das anders als das, was ich kenne? Wer diese Trennung übergeht, produziert einen Film, der beides halb macht — Herkunft und Abgrenzung des Formats sind in einem eigenen Beitrag zur Entstehung des Erklärfilms ausführlicher beschrieben.

Als Marketingformat haben sich Erklärvideos zuerst bei Softwareunternehmen durchgesetzt, die ein Produkt verkaufen mussten, das man nicht anfassen kann. Heute stehen sie überall dort, wo Erklärungsbedarf entsteht: bei Versicherungsprodukten, in der Industrie, im Personalwesen, in der Verwaltung. Die Technik ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, ob am Ende jemand etwas verstanden hat, das er vorher nicht verstanden hat.

Bewegtbild ist in Deutschland kein Nischenkanal mehr. Nach der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 erreicht allein YouTube 72 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, und gerade in den älteren Altersgruppen nimmt die Nutzung von Streamingangeboten weiter zu. Lineares Fernsehen und Radio bleiben zwar die reichweitenstärksten Angebote — ob Ihre Zielgruppe online Videos ansieht, ist damit trotzdem beantwortet.

Welche Arten von Erklärvideos gibt es?

Die Wahl des Stils entscheidet über Wirkung und Preis, nicht über die Verständlichkeit. Bei Explainr sind Whiteboard-Animation — einschließlich ihrer farbigen Spielart Legetechnik — und Motion Graphics die beiden Hauptstile, dazu kommt die Cut-Out-Animation; zwei weitere Spielarten kommen dort vor, wo das Thema es verlangt.

Die Whiteboard-Animation zeigt eine Hand, die auf weißem Grund zeichnet, während der Sprecher erklärt. Sie wirkt sachlich, lenkt kaum ab und eignet sich für Themen, bei denen der Gedankengang wichtiger ist als das Bild — Verfahren, Rechtsfragen, Abläufe. Einen ersten Einblick in die Technik gibt der Beitrag zur Whiteboard-Animation.

Motion Graphics arbeiten mit gestalteten Formen, Typografie und Farben im Corporate Design. Sie sind aufwendiger und passen dort, wo das Video neben starkem Markenmaterial bestehen muss — auf der Startseite, im Messeeinsatz, in der Investorenkommunikation.

Figuren im Bild sind kein eigener Stil, sondern eine Entscheidung innerhalb beider Techniken. Wo es um Menschen geht — Einarbeitung, Kundenerlebnis, Verhaltensänderung — trägt eine Geschichte mit handelnden Personen mehr als ein Diagramm; bei Explainr ist die Mitgestaltung der Charaktere ab dem Standard-Paket enthalten. Die gestalterischen Möglichkeiten sind im Überblick zu Animationstechniken für Erklärvideos zusammengetragen.

Hybride Formate mischen Realaufnahme und Animation — etwa eine gefilmte Maschine, in die animierte Erklärebenen eingeblendet werden. Sie sind die richtige Wahl, wenn es ein physisches Produkt gibt, dessen Inneres man nicht filmen kann. Bei Explainr entstehen Erklär- und Produktvideos allerdings animiert: Für Produkte bindet das Produktvideo vorhandene Fotos und Renderings in die Animation ein, ohne Drehtag, und real gedrehte Filme gibt es als Imagefilm mit individuellem Angebot. Die Kombination beider Welten ist im Beitrag zu hybriden Erklärvideos beschrieben.

Eine breitere Übersicht mit weiteren Spielarten und ihren Einsatzfeldern findet sich in der Zusammenstellung der wichtigsten Erklärvideo-Arten.

Wann lohnt sich ein Erklärvideo — und wann nicht?

Ein Erklärvideo lohnt sich, wenn dieselbe Erklärung immer wieder gebraucht wird. Der Aufwand entsteht einmal, die Erklärung läuft danach hundert- oder tausendfach — im Vertriebsgespräch, auf der Produktseite, in der Einarbeitung. Genau dort liegt die Wirtschaftlichkeit, nicht in Klickzahlen.

Drei Situationen tragen ein Erklärvideo besonders gut. Erstens: Das Produkt ist erklärungsbedürftig und der Vertrieb verbringt in jedem Erstgespräch dieselben zwanzig Minuten mit denselben Grundlagen. Zweitens: Der Kaufprozess bricht regelmäßig an einer bestimmten Stelle ab, weil eine Hürde nicht verstanden wird. Drittens: Wissen muss an viele Menschen gleichzeitig, das gilt für Einarbeitung ebenso wie für Produktschulungen. Wie sich das im Personalbereich konkret auszahlt, zeigt der Beitrag zu Erklärvideos in der Einarbeitung.

Ebenso klar sind die Fälle, in denen sich ein Video nicht lohnt. Wenn sich das Produkt alle drei Monate ändert, veraltet der Film schneller, als er sich amortisiert — dann ist eine gut gepflegte Textseite die bessere Investition. Wenn der Sachverhalt in drei Sätzen erklärt ist, braucht er kein Video. Und wenn niemand im Unternehmen die Verantwortung für die Verbreitung übernimmt, bleibt auch das beste Video ungesehen; ein Film ohne Platzierungsplan ist ausgegebenes Geld ohne Empfänger.

Bei Produkten mit sichtbarem Nutzen ist die Grenze zum Produktvideo fließend. Was Erklärvideos in der Produktvorstellung leisten, ist dort beschrieben; wann ein reines Produktvideo besser trägt, zeigt die Leistungsseite zum Produktvideo.

Wie läuft die Produktion eines Erklärvideos ab?

Die Produktion folgt fünf Schritten, und der wichtigste ist das Skript. Ein Video mit klarem Text und einfachen Bildern schlägt jedes aufwendig animierte mit unklarer Botschaft.

Am Anfang steht das Briefing: Wer ist die Zielgruppe, was soll sie danach wissen, was soll sie tun. Darauf folgt das Skript — meist 130 bis 150 Wörter je Minute, geschrieben zum Hören, nicht zum Lesen. Erst danach entstehen Sprecheraufnahme und Musik, denn das Storyboard wird Bild für Bild zur fertigen Stimme gebaut; erst dadurch stimmt das Timing jeder Szene. Zuletzt folgt die Produktion aus Animation, Ton und Feinschliff.

Entscheidend sind dabei die Freigaben, nicht ihre Zahl. Bei Explainr liegen sie an zwei Stellen: nach dem Skript und nach dem Storyboard — beide, bevor animiert wird. Genau das ist der Punkt, an dem sich Bildideen noch ohne Animationsaufwand austauschen lassen. Wie viele Korrekturschleifen enthalten sind, unterscheidet die Pakete: eine im Express-Paket, zwei im Standard, drei im Premium.

Der übliche Zeitrahmen liegt zwischen zwei und sechs Wochen. Die Dauer hängt weniger von der Animation ab als von den Abstimmungen auf Kundenseite: Ein Projekt mit einem Entscheider läuft schneller als eines mit einem Gremium. Der typische Ablauf eines Erklärvideo-Projekts ist mit allen Zwischenschritten beschrieben, und die Erfolgsfaktoren der Umsetzung benennen die Punkte, an denen Projekte in der Praxis hängen bleiben.

Was kostet ein Erklärvideo?

Ein professionell produziertes Erklärvideo von einer Minute kostet bei Explainr zwischen 1.990 und 5.990 Euro netto — als Festpreis, der vor Produktionsbeginn im Angebot steht und sich nicht ändert, solange der Umfang gleich bleibt. Das Express-Paket kostet 1.990 Euro und wird in zwei Wochen geliefert, das Standard-Paket mit professionellem Skript und mitgestalteten Charakteren 3.990 Euro, das Premium-Paket mit Motion-Graphics-Animation 5.990 Euro; für Standard und Premium sind vier bis sechs Wochen angesetzt, beim Premium-Paket ist Express-Lieferung möglich.

Den Preis bestimmen vor allem fünf Größen: die Länge des Videos, der Animationsstil, die Individualität der Illustration, die Zahl der Sprachfassungen und die Korrekturschleifen. Die Länge wiegt dabei am schwersten, weil jede Sekunde illustriert, animiert und vertont werden muss — eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu. Die genannten Paketpreise gelten für eine Minute; wer mehr als sechzig Sekunden plant, sollte das im Budget berücksichtigen und den Umfang vorab klären. Was den Preis dagegen nicht bestimmt, ist die Zahl der Zuschauer — ein Video für zehn Vertriebsgespräche kostet dasselbe wie eines für zehntausend Seitenaufrufe.

Vorsicht ist bei Stundensätzen geboten. Ein niedriger Stundensatz ohne Angabe der Stundenzahl sagt über den Endpreis nichts aus, und genau daran scheitern Budgetplanungen. Warum der Vergleich von Agenturpreisen über den Stundensatz in die Irre führt, ist gesondert aufgeschlüsselt. Eine vollständige Aufstellung der Pakete mit allen enthaltenen Leistungen steht auf der Seite zu den Preisen für Erklärvideos.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Sechzig bis neunzig Sekunden sind der Regelfall, und diese Länge ist keine Konvention, sondern eine Folge des Skripts: In neunzig Sekunden lassen sich rund 200 bis 225 Wörter sprechen, und mehr als einen Gedanken samt Beleg und Handlungsaufforderung trägt diese Menge nicht.

Längere Videos sind nicht grundsätzlich falsch, sie haben nur andere Aufgaben. Eine Produktschulung darf fünf Minuten dauern, weil ihre Zuschauer eine Absicht mitbringen und nicht abspringen — sie kostet dann aber auch entsprechend mehr als ein Video von einer Minute. Ein Video auf der Startseite hat diese Absicht nicht auf seiner Seite — dort entscheidet sich in den ersten Sekunden, ob jemand bleibt. Wer beides mit demselben Film bedienen will, verliert an beiden Enden.

Auf Social Media gelten wieder eigene Regeln: hochkantes Format, Verständlichkeit ohne Ton, die Kernaussage in den ersten drei Sekunden. Was das für Zuschnitt und Aufbau bedeutet, ist im Beitrag zu vertikalen Erklärvideos beschrieben. Ob sich ein Video für die Startseite dafür umschneiden lässt oder eine eigene Fassung braucht, hängt vom Bildaufbau ab und gehört vor der Produktion geklärt.

Wie wird ein Erklärvideo in der Suche gefunden?

Ein Video wird nicht dadurch gefunden, dass es gut ist, sondern dadurch, dass Suchmaschinen es lesen können. Google empfiehlt dafür vor allem zwei Dinge: ein Video, das ohne Klicken oder Wischen lädt, und maschinenlesbare Angaben zum Video selbst. Wer diese Angaben macht, muss mindestens Titel, Vorschaubild und Veröffentlichungsdatum hinterlegen; Beschreibung, Dauer und Video-URL sind empfohlen.

Diese Angaben werden als strukturierte Daten hinterlegt, üblicherweise nach dem Schema VideoObject. Fehlen sie, muss Google die Eigenschaften des Videos selbst erschließen. Welche Felder verlangt und welche empfohlen sind, führt Google in der Dokumentation zu strukturierten Video-Daten auf — sie ist die maßgebliche Quelle, weil sich die Anforderungen dort zuerst ändern.

Dazu kommt eine Entscheidung, die viele nicht kennen: Soll das Video selbst in den Videoergebnissen erscheinen, braucht es nach den Best Practices für Videos in der Google-Suche eine eigene Wiedergabeseite, deren Hauptzweck das Video ist. Auf einer Leistungs- oder Blogseite, die das Video nur ergänzt, rankt dagegen die Seite als Textergebnis — für Produkt- und Leistungsseiten ist das meist der wichtigere Fall. Ein Transkript unter dem Video kostet wenig und macht den gesprochenen Inhalt in beiden Fällen durchsuchbar.

Was macht ein Erklärvideo barrierefrei?

Barrierefrei ist ein Video, das auch ohne Ton und ohne Bild verständlich bleibt. Praktisch heißt das: korrekte Untertitel, ausreichende Kontraste, lesbare Schriftgrößen und eine Sprecherfassung, die nicht auf Bildinformationen verweist, die sie nicht benennt.

Untertitel sind dabei der Schritt mit dem größten Effekt, weil sie zwei Gruppen gleichzeitig bedienen: Menschen mit Hörbeeinträchtigung und die vielen Zuschauer, die Videos ohne Ton ansehen. Automatisch erzeugte Untertitel reichen dafür nicht. YouTube weist in der Dokumentation zur automatischen Untertitelung selbst darauf hin, dass Aussprache, Akzente, Dialekte und Hintergrundgeräusche zu Fehlern führen können und jede automatische Fassung durchgesehen werden sollte. In der Praxis trifft es zusätzlich Fachbegriffe und Eigennamen — für ein Unternehmensvideo ist die redaktionell geprüfte Fassung deshalb der einzige belastbare Weg.

Für einen Teil der Unternehmen ist Barrierefreiheit inzwischen mehr als eine Frage der Reichweite. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verlangt Barrierefreiheit für bestimmte Dienstleistungen, die für Verbraucher erbracht werden — darunter der elektronische Geschäftsverkehr, also etwa Shops oder Buchungsstrecken, über die Verbraucher Verträge abschließen. Drei Einschränkungen sind dabei wesentlich: Reine B2B-Angebote fallen nicht darunter, Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen, und aufgezeichnete Medien, die vor dem 28. Juni 2025 veröffentlicht wurden, bleiben unberührt. Ob Ihr Video betroffen ist, gehört rechtlich geprüft; als Gestaltungsmaßstab taugt die Anforderung unabhängig davon.

Verändert KI die Produktion von Erklärvideos?

KI verändert die Werkzeuge, nicht die Anforderung. Sprachsynthese, Bildgenerierung und automatische Übersetzung verkürzen einzelne Arbeitsschritte spürbar — an der Frage, ob ein Skript den Kern trifft und ob die Zielgruppe danach mehr versteht, ändert das nichts.

In deutschen Unternehmen hat sich der Einsatz binnen eines Jahres fast verdoppelt: Nach dem Bitkom-Studienbericht zu künstlicher Intelligenz setzten 2025 36 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI ein, nach 20 Prozent im Jahr 2024. Unter diesen Unternehmen nutzen 57 Prozent KI in Marketing und Kommunikation — eines der stärksten Anwendungsfelder überhaupt. Für Erklärvideos betrifft das vor allem Zwischenschritte wie Übersetzungsentwürfe und Untertitel; die redaktionelle Prüfung bleibt.

Wo KI heute an Grenzen stößt, ist die inhaltliche Verantwortung. Ein generiertes Skript wiederholt, was über ein Thema geschrieben wurde — es kennt weder Ihr Produkt noch die Einwände Ihrer Kunden. Ebenso wenig kann es entscheiden, welche der drei möglichen Erklärungen für Ihre Zielgruppe die richtige ist. Diese Entscheidungen bleiben beim Menschen, und sie sind der Teil, der über die Wirkung entscheidet.

Woran erkennen Sie eine geeignete Agentur?

Die aussagekräftigste Frage im Erstgespräch ist nicht die nach dem Portfolio, sondern die nach dem Skript: Wer schreibt es, wie viele Schleifen sind vorgesehen, und was passiert, wenn die erste Fassung nicht trägt. Anbieter, die darauf keine klare Antwort geben, verkaufen Animation, nicht Erklärung.

Drei Punkte gehören vor der Beauftragung geklärt. Erstens der Preis: Steht ein Festpreis im Angebot oder eine Schätzung, die sich im Projektverlauf bewegen kann? Zweitens die Nutzungsrechte: Dürfen Sie das Video zeitlich und räumlich unbegrenzt einsetzen, auch in bezahlter Werbung, oder ist die Nutzung eingeschränkt? Drittens die Formate: Bekommen Sie das Video in allen Fassungen, die Sie brauchen — Website, Social Media, Messe — oder kostet jede zusätzliche Fassung nach?

Referenzen sind aussagekräftig, wenn die gezeigte Aufgabe der eigenen ähnelt — ein bekannter Name allein sagt darüber nichts. Fragen Sie deshalb nach einem Projekt mit vergleichbarer Erklärlast: Wer ein abstraktes Finanzprodukt verständlich gemacht hat, bringt für ein Versicherungsthema mehr mit als jemand mit dreißig Imagefilmen im Portfolio. Bei Explainr, das seit 2012 produziert, liegt ein solcher Fall etwa beim Erklärvideo für Talanx zu einer Ratenschutzversicherung oder beim Whiteboard-Video für Dr. Walter zur Krankenversicherung im Auslandseinsatz; die vollständige Übersicht steht in den Referenzen.

Ein Warnzeichen ist das Angebot, das eine Zahl nennt, aber offenlässt, wofür sie gilt: Länge, Stil, Korrekturschleifen und Nutzungsrechte. Ein Festpreis ist nur so viel wert wie die Beschreibung dessen, was er umfasst.

Welche Fehler kosten am meisten?

Der teuerste Fehler entsteht vor der Produktion: Ein Video wird beauftragt, ohne dass feststeht, wer es wo sehen soll. Alles Weitere — Länge, Stil, Tonalität, sogar der Umfang des Skripts — hängt an dieser Entscheidung, und ohne sie entsteht ein Film, der für jeden Einsatzort ein wenig falsch ist.

Der zweithäufigste Fehler ist der überfrachtete Text. Wer alle Produktvorteile in neunzig Sekunden bringen will, erreicht, dass keiner davon hängen bleibt. Ein Erklärvideo trägt einen Gedanken. Was darüber hinausgeht, gehört auf die Seite um das Video herum oder in ein zweites Video.

Der dritte Fehler betrifft die Freigabe. Wenn das Storyboard durchgewinkt und erst die fertige Animation ernsthaft geprüft wird, werden Änderungen teuer, die zwei Wochen früher wenig Aufwand gemacht hätten. Die Storyboard-Freigabe ist deshalb die wichtigste Entscheidung im ganzen Projekt und verdient die Zeit, die eine flüchtige Durchsicht spart.

Und schließlich der Fehler nach der Lieferung: Das fertige Video wird auf YouTube hochgeladen und dort belassen. Ein Video wirkt dort, wo eine Entscheidung ansteht — auf der Produktseite, im Angebot, im Vertriebsgespräch. Der Platzierungsplan gehört deshalb in die Projektplanung, nicht in die Zeit danach.

Woran erkennen Sie, ob das Video wirkt?

Die Zahl der Aufrufe ist die am wenigsten aussagekräftige Kennzahl. Aussagekräftig ist, ob sich dort etwas verändert hat, wo das Video eingesetzt wird — und das lässt sich in den meisten Fällen ohne großen Aufwand messen.

Auf einer Produktseite ist die Frage: Steigt der Anteil der Besucher, die Kontakt aufnehmen? In der Einarbeitung: Sinkt die Zahl der Rückfragen in den ersten Wochen? Im Vertrieb: Verkürzt sich das Erstgespräch, weil die Grundlagen vorab geklärt sind? Diese Größen kennt jedes Unternehmen bereits, es muss sie nur vor und nach dem Einsatz vergleichen.

Aus dem Video selbst liefert die Wiedergabedauer den nützlichsten Hinweis. Bricht ein großer Teil der Zuschauer an derselben Stelle ab, liegt dort ein Problem im Skript — meist ein Abschnitt, der zu weit ausholt, bevor er zur Sache kommt. Diese Stelle lässt sich gezielt überarbeiten, ohne das ganze Video neu zu produzieren — bei Explainr als eigener Auftrag. Für die Kennzahlen aus dem vorigen Absatz gilt dabei: Wer sie erst nach dem Livegang zum ersten Mal ansieht, kann die Veränderung nicht mehr zuordnen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Produktion eines Erklärvideos?

Zwei bis sechs Wochen sind üblich. Das Express-Paket wird in zwei Wochen geliefert, für Standard und Premium sind vier bis sechs Wochen angesetzt. Die Dauer hängt vor allem von den Abstimmungen auf Kundenseite ab, nicht von der Animation.

Was kostet ein Erklärvideo von einer Minute?

Bei Explainr zwischen 1.990 und 5.990 Euro netto, je nach Paket und Animationsstil. Der Preis steht als Festpreis vor Produktionsbeginn im Angebot und ändert sich nicht, solange der Umfang gleich bleibt.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Sechzig bis neunzig Sekunden für den Regelfall. Am oberen Ende sind das rund 200 bis 225 gesprochene Wörter und damit ein Gedanke samt Beleg und Handlungsaufforderung. Schulungsvideos dürfen länger sein, weil ihre Zuschauer eine Absicht mitbringen; die Paketpreise gelten allerdings für eine Minute, und eine zweite Minute verdoppelt die Animationsarbeit nahezu.

Was ist der Unterschied zwischen Erklärvideo und Imagefilm?

Ein Erklärvideo beantwortet eine konkrete Frage zu Produkt oder Ablauf. Ein Imagefilm zeigt, wofür ein Unternehmen steht. Beide Ziele in einem Film zu verbinden, führt meist dazu, dass keines davon erreicht wird.

Brauche ich ein eigenes Skript oder schreibt das die Agentur?

Bei Explainr ist das Skript in jedem Paket enthalten, ab dem Standard-Paket schreiben es Autoren auf Basis Ihres Briefings; ein vorhandener Text dient als Grundlage. Welcher Umfang an Skriptarbeit im jeweiligen Paket enthalten ist, steht auf der Preisseite. Sie geben das Skript frei — es ist der Teil mit dem größten Einfluss auf die Wirkung.

Kann ein Erklärvideo mehrsprachig produziert werden?

Ja. Die Illustrationen bleiben bestehen; neu entstehen Übersetzung, Sprecheraufnahme, angepasste Bildtexte und die neu getimte Animation. Eine zweite Sprachfassung ist dadurch deutlich günstiger als ein zweites Video, aber kein reiner Tonaustausch.

Für welche Branchen eignen sich Erklärvideos?

Für alle mit Erklärungsbedarf — Versicherungen, Industrie, Software, öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen. Wie sich das Format im Bildungsbereich einsetzen lässt, zeigt der Beitrag zu Erklärvideos in Schule und Bildung.

Wo wird ein Erklärvideo eingesetzt?

Auf Produkt- und Startseiten, im Vertriebsgespräch, in der Einarbeitung, auf Messen und in Social Media. Der Einsatzort sollte vor der Produktion feststehen, weil er Länge, Format und Tonalität bestimmt. Einen Überblick über Leistungen und Beispiele gibt die Seite zu Erklärvideos von Explainr.

Von Daniel Stoll

Explainr — Erklärvideos seit 2012

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